Wir haben es getan!
29. September 2006
Da uns der Sparfuchs geritten hat (und es auch keine Alternative mehr gab) haben wir für unseren längsten Streckenabschnitt einen lauschigen 40 Jahre alten Zug gewählt, der bescheidene 84 Stunden nach Moskau unterwegs ist. Und damits auch Spaß macht, fahren wir Platzkartny (das heißt so auf russisch!), also 3. Klasse, im 54 Personen Großraumschlafwagen. Johannes, Du kannst stolz auf uns sein. Wir freuen uns schon wie Bolle auf Kinder auf ihren Töpfchen und betrunkene Soldaten aus Tschetschenien.
Eine weitere wichtige Nachricht: Pünktlich in Russland ist endlich Anna Karenina aufgetaucht. Auf Seite 99!

Sibirien!
28. September 2006
Endlich Sibirien! Aber erstmal noch die Kurzzusammenfassung unserer letzten Tage in der Mongolei: Es kommt immer anders als gewollt! Eigentlich wollten wir nur einen Aussichtspunkt aufm Berg besuchen um uns ein letztes mal Ulan Bator von oben anzusehen, doch leider hatte diese Idee auch der tchechische Präsident, und so durften wir diesem Staatsbesuch von globaler Bedeutung beiwohnen. Danach haben wir noch den Olympiastützpunkt der berühmten mongolischen Eisschnellläufer entdeckt und ihnen beim Training zugeschaut. Abends noch ein Bierchen im Khanbräu-Biergarten und am nächsten Tag gings dann wieder 30 Stunden in den Zug. Phänomenale Aussichten auf die mongolische Steppe, 4 Stunden Grenzstress, aufgelockert durch die artistische Einlage einer sportlichen russischen Zollbeamtin, die auf der Suche nach Schmuggelware durch unser Abteil turnte. Dann Sibirien pur, Holzhäuser statt Jurten und der BAIKALSEE. Abends haben wir uns noch mit jungen Russen sozialisiert, die, wie es sich gehört, nichts anderes machen, als auf den öffentlichen Plätzen rumzuhängen, zu saufen und sich zu prügeln. Und die Polizei schaut amüsiert zu. Toll. Heute haben wir ein nettes Bettchen in einem Backpacker Hostel gefunden und morgen gehts nach Olkhon-Island. (Martin: Häh, was? Vollkorn-Island?) Bald mehr!

100 Gramm Wein…
25. September 2006
… hat Martin gestern getrunken. Offensichtlich bestellt man das hier so. Ansonsten gibt es heute nicht viel zu berichten, wir haben uns strenge Ruhe verordnet, um uns von der bisherigen Reise zu erholen und uns fuer die folgenden 10000 km zu wappnen. Folgerichtig habe wir uns mit der Hostelcrowd ein paar Filme aud DVD reingezogen (die in D natürlich noch nicht mal im Kino liefen), waren auf dem Schwarzmarkt und haben uns mit warmen Winterklamotten eingedeckt (natürlich nur echt original Markenware zum Sonderpreis
und weil wir so multikulti sind, durften wir noch mit zwei Schneckchen aus der Domrep, die eine schwarz, die andre weiß, um die Jurten ziehen.
Und lieber Johannes, nach Irkutsk gehts in echt harten Kupe-Klasse!
Ach ja, “Taxi” fahren ist hier einfach genial: Hand hoch heben und innerhalb von 15 Sekunden nimmt dich irgendjemand mit, für umgerechnet ca. einen Euro, egal wohin…
Bis bald, evt. schon vom Baikalsee!

Dsching, Dsching, Dschingiskhan
23. September 2006
Einer unserer wichtigsten Reisegrundsätze ist, immer möglichst tief und authentisch in die jeweilige Reiselandkultur einzutauchen. Deswegen waren wir vorgestern in Daves English-Pup und haben Pubquiz gespielt. Bei Fragen über Crickettspielstatistiken und die englische Premierleague haben wir in einem Team aus 2 Franzosen, 2 Deutschen und einem Ami immerhin einen respektablen 6. Platz errungen. Gestern gings dann wie angekündigt ins Zeltlager aufs Land. Die vergorene Stutenmilch hat man uns vorenthalten, dafür haben wir jetzt Dekubitus (dazu KEINE Fotos!) vom dreistündigen Reitausflug und sind des nächtens beinahe erfroren.
Jetzt ruft erstmal die Pflicht, es gilt die Tickets nach Irkutsk zu besorgen.
Chillout in Ulaan Baatar
21. September 2006
So, da sind wir nun endlich raus aus dem Reich der Mitte und dafür mitten im Nirgendwo. Ulan Bator, immerhin die Hautstadt der Mongolei ist völlig verpennt, relaxt und erfrischend unchinesisch. Wir sind inzwischen einmal umgezogen in ein zentraleres Hostel und hier herrscht endlich mal richtiges Backpackerflair. Internationale, bunte Gäste, Dormrooms und Abhängen auf der Couch bei raubkopierten DVDs. Anzuschauen gibt es hier nicht wirklich viel, aber morgen früh um 8 gehts mit dem Jeep raus in die mongolische Schweiz, incl. Reitausflug, Übernachtung im Ger (Jurte) und lecker Airag, also known as vergorene Stutenmilch.
Da das Internet noch langsamer als das Leben hier lauft, müsst ihr noch ein wenig auf neue Fotos und Videos warten. (Inzwischen nachgeliefert. Unten seht Ihr als Video den Radwechsel an der Chinesisch-Mongolischen Grenze in Erlian)
Spacenight
21. September 2006
An der chinesisch-mongolischen Grenze gabs einen Ausflug in eine andere surrealistische Dimension. (Lautsprecher aufdrehen, das ging die ganze Nacht so..)
Internet Kansalat…
20. September 2006
… oder canceled, für alle, die kein Chinesensprech verstehen. Das war das Motto der letzten Tage, zumindest was unser Blog angeht. (Noch eine Kostprobe Chinasprech? “Nextaa stoppa Pippaa-Square.. ja genau, nächster Halt, Platz des Volkes…) Jetzt sind wir nach 30 Stunden Zugfahrt in Ulan Bator angekommen und sitzen in einem kleinen veranzten Internetcafe und so richtig flott funktioniert das hier auch nicht…
Aber erstmal eine Kurzzusammenfassung der letzten Tage: Wir sind in Shanghai zum ersten mal couchgesurft, im Atelier eines chinesischen Modedesigners, sehr bequem.. zu sehen gabs außerdem eine fabulöse Skyline bei REGEN und das inzwischen alltäglich Verwunderliche: einen psychodelischen Fußgängertunnel und, na klar, wir sind ja in China: ein französisches Viertel. Vor lauter Sehnsucht nach Deutschland sind wir mal gucken gegangen, ob sich unsere Steuergelder für den Transrapid gelohnt haben. Was sollen wir sagen: er ist schnell, 430 km/h und wir mitten drin. In Shanghai heißt er Maglev aber auf die Schilder geschrieben haben sie schlauen Chinesen auf dem ganzen Bahnhof Magvlg, wie originell. Beweisfotos folgen. Genau wie unser lebensmüdes Video aus Suzhou, wo wir uns todesmutig Fahrräder geliehen haben um Weltkulturerbegärten abzuklappern, vor allem aber in der übelsten örtlichen Spelunke ein paar Bierchen zu trinken. Auf dem Rückweg nach Shanghai haben wir uns dann noch beim lästern über Chinesen erwischen lassen, und zwar von Herrn Wang, Professor für Deutsch an der Hongkong University, der geschickterweise hinter uns im Zug sass und HOFFENTLICH nicht alles verstanden hat..
Ok, hurry up, weiter gings nach Peking und zwar im luxuriösen Softsleeper, aber auch nur weil der Hartschläfer ausgebucht war. Und wir sagen Euch eins: macht diesen Trip UNBEDINGT wenn ihr GEBURTSTAG habt: Dann gibts nämlich FREE BIRTHDAY NOODLES! So stehts in der Bordbroschüre und wenn das nicht sensationell ist, was dann?? Peking jedenfalls ist verdammt groß und wir haben uns den Titel Hardcoretouristen redlich verdient. Alles wichtige gesehen. EINE OCHSENTOUR, aber wir wollten es ja so. Nur in Stichworten: Lamatetempel, Kunfuziustempel, Verbotene Stadt, Bahaipark, Himmelsaltar, Sommerpalast und und und… und JA, wir haben Pekingente gefuttert, einer Teezeremonie beigewohnt und viel Tsingtao-Bier getrunken. Und Doppel-JA, wir waren auch auf der Großen Mauer. Zwischenzeitlich begleitet wurden wir von Natasha from Russia, die aber nicht trinkt und auch nicht raucht… außer Shisha und reichlich Bier, wie sich nur kurz später rausstellte… Die genialste Idee in Peking war aber sicherlich am Vorabend der Abreise bis 5 Uhr zu zechen, besonders, wenn man um 7 am Bahnhof sein muss. Der Abend war realsatirisch bis tragischkomisch, wir hatten Gesellschaft von Eva und Kathrin aus Hamburch, Chinesisch-Studentinnen im 2. Semester und gnadenlos überfordert von Martins alkoholisierten Spontan-fachvortrag zum Thema “Älter werden jenseits von Essentialismus und Relativismus”. Es war uns ein inneres Weihnachtsfest.
Unten seht ihr uns übrigens u.a. mit unseren Freunden von der Volksarmee und uffm Fahrad in Suzhou..
Nachricht Aus Shanghai
15. September 2006
“Hallo Leute wir sind in Shanghai, doch leider ist es unmöglich in China den Blog fortzusetzen, da alle englischen Blogseiten gesperrt sind. Wir melden uns aus der Mongolei wieder. Bitte vertretet uns mit der Kommentarfunktion und schickt den Bloglink an alle eure Freunde, denn wir wollen so berühmt werden wie Tila Tequila und Lonelygirl. (Vielen Dank an Stefan Schürger, der in unserem Auftrag diese Information reingestellt hat.)”
Maglev (Transrapid)
14. September 2006
Wir sind ihn gefahren und zwar mit 430 km/h!
(Post und Video wurden in D nachgeliefert..)
And the Winner is…
10. September 2006
Na also, geht doch! Und der Gewinner ist natürlich: Kot aufm Brot! Aber es gibt auch die Fotos auf den Plätzen… und zwar bei Flickr (klick!). Ihr findet sie bestimmt selbst…








